Veduten Europas

 

Als “Fernsicht” ist die Vedute in der Regel ein reales Stadtpanorama, häufig mit Blick auf einen Fluss, eine Straße oder einen offenen Platz, der die Sicht linearperspektivisch in die Tiefe zieht, sich aber dadurch von der Stadtlandschaft und dem Stadtinterieur abgrenzt. Das Genre der topografisch getreuen Stadtwiedergabe entstand in der ersten Blütezeit des Bildungstourismus und des Handels mit Erinnerungen im ständig expandierenden Kunstmarkt des 18. Jahrhundert.

 

Dabei arbeiteten die Künstler oft direkt vor Ort, fertigten Skizzen und Studien des Stadtbildes an, die sie im Atelier unter der Prämisse weitgehender Exaktheit überarbeiteten oder bedienten sich für den Weitwinkeleffekt der Camera obscura, die als dunkle Kammer mittels eines Systems aus Prismen, Linsen und Spiegeln ein gestochen scharfes Abbild auf ein Blatt projizierte, dessen Nachzeichnung den Platz der traditionellen Freihandstudie einnahm und durch die Aneinanderreihung mehrerer Ansichten das gewünschte weitwinklige Ergebnis nach sich zog.

 

Die Stadtveduten orientierten sich an den kunsthistorisch bedeutenden Städten, die auf der Grand Tour, der Bildungsreise zahlreicher ausländischer Touristen aus Nord- und Mitteleuropa, besucht wurden.

MadonnaLisa Kunsthandel
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