Expressionisten außer sich

Die Vorläufer der Stilrichtung Expressionismus lassen sich im ausgehenden 19. Jahrhundert in den “Drei Vätern der Moderne”, Paul Cézanne, Vincent van Gogh und Paul Gauguin finden, die “Kunst als Harmonie parallel zur Natur” verstanden. Die verselbstständigte Farb- und Formgebung des Kunstwerkes wurde nicht mehr an der Ähnlichkeit zur sichtbaren Welt gemessen, sondern folgte der Entwicklung zu einem subjektiv erfassten Bildgegenstand im Bewusstsein seiner Zweidimensionalität, da die Fotografie naturgetreuer abbilden konnte und die bisherigen Aufgaben der Malerei zu übernehmen schien.

Darauf aufbauend bildete sich, dem nahezu zeitgleichen Fauvismus in Frankreich vergleichbar, der Expressionismus in Deutschland mit der Künstlergemeinschaft “Brücke” in Deutschland, der schnell zu einem anerkannten Stil avancierte und in Austellungen wie “Der Blaue Reiter” Erfolge feierte. Die abstrahierenden Schritte des Expressionismus gegen die Tendenzen des Naturalismus führten in die ungegenständliche Malerei, während die Auswirkungen des Ersten Weltkrieges die Herausbildung von Idividualisten und ortsungebundenen Gruppierungen begünstigte, deren Stile den Expressionismus überlagerten oder in Frage stellten. 

Gestaltungsmittel des Expressionismus sind die gestische Linienführung, eine Metamorphose zu geometrischen Formelementen, kraftvolle Konturen und teilweise flächenhafte, ungemischte Farbigkeit, wobei die illusionistische Bildräumlichkeit zurücktritt und modellierendem Licht und Schatten nur noch eine marginale Rolle zukommt. 

MadonnaLisa Kunsthandel
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